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Seit meinem Arbeitsbeginn anfangs März, hatte ich viele interessante Begegnungen und Gespräche.Auch über E- Mail habe ich einige Fragen erhalten. Das spannende war, dass mich fast mehrMenschen kontaktierten, welche nicht gerade in Trauer sind, sondern sonst in schwerenLebenssituationen. Auch habe ich viele Anfragen erhalten für die Wochenbettbetreuung nach derGeburt mit Neugeborenen. Dies hat mich sehr gefreut und ich habe mich entschieden auch diesesAngebot umzusetzen. Ich durfte also in den letzten Monaten Einige Frauen begleiten, sei es imWochenbett mit Neugeborenen oder nach einem Kindsverlust. Im Kontakt mit Menschen, spüre ichimmer wieder wie wichtig Zeit und ein offenes Ohr ist. Viele schätzen dies sehr. Eigentlich klingt esganz einfach, nur etwas Zeit und ein offenes Ohr. Nur wo ist dies zu finden? In meiner Ausbildunghatten wir ein spannendes Experiment gemacht, wo wir nur Zuhörer waren. Wir durften uns auchnicht mit Mimik und Gestik äussern, nur sitzen und zuhören. Einfach war dies nicht, aber spannendzu beobachten. Wer erzählt nicht auch gerne mal von sich? Wer hat nicht gerne jemand vor sich, dereinem zuhört? Und wer hätte manchmal lieber mehr Zeit mit seinen liebsten? Durch die Nachfragen,ob ich auch Menschen begleite in andern Lebenssituationen, als der Trauer, habe ich michentschieden mein Angebot zu erweitern. Ich bin keine Therapeutin, habe aber durch meineberufliche Ausbildung die Kompetenzen dies zu erkennen, wenn jemand in diese Richtung Hilfebraucht. Meine « Therapie» ist, die Aufmerksamkeit und das Mitgefühl zu dir. Meine Ausrichtung ist,das vernetzte Arbeiten mit andern Menschen, was ich sehr wertvoll finde. So kann es auch sein, dassdu zu mir geführt wirst um deine Begleitung zu finden, welche dir hilft auf deinem weiteren Weg.Durch eine entspannende Rebozomassage kannst du dein Körper wieder einmal intensiv spüren.Durch eine Heilmeditation, werden Gefühle und Emotionen freigesetzt und können positivumgewandelt werden und Blockaden lösen. Und im Gespräch können wir zusammen deineBedürfnisse herausfinden, was du im Moment gerade brauchst. Dies unterstütze ich auch gerne mitverschiedenen kleinen Rituale. Im Mai startete ich zusammen mit meiner Mama Olivia Häusermanneinen Kurs zum Thema Herzöffnung. Durch den Kontakt mit Menschen privat wie bei der Arbeit,haben wir uns für dieses Thema entschieden, weil wir es im Moment für wichtig und wertvoll finden.Verschlossene Herzen wieder zu öffnen und die Schönheit des Lebens zu erkennen. Durch intensive,spannende Übungen wirst du berührt in deinem Herzen. Es entstehen offene, ehrliche und vor allembewusste Begegnungen. Es ist Mutig, aber sehr befreiend und erfüllend der Stimme deines Herzenszu folgen. Mein Symbol der Schmetterling, bedeutet für mich, Freiheit und Kreativität. Daher passtdieser Name Schmetterlingsflügel sehr gut zu mir :-). Ich kann mich in meiner Arbeit frei entfalten,dies macht mir grosse Freude.

Abstillen nach Kindsverlust…Ein Thema das unterschätzt wird?

Eine Frau wird plötzlich vor Entscheidungen stehen, die sie so vorher noch nie treffen musste. Da kann es gut auch mal zur Überforderung, Unsicherheit und Zweifel kommen. Was ist die richtige Entscheidung? Erst habe ich mein Kind verloren, der Schmerz ist so gross, dass ich keine Kraft habe, mich noch mit meinem Körper auseinander zu setzen. Und das könnte der zentrale Punkt sein.

Niemand möchte uns etwas Schlechtes, viele können dies gut verstehen. Daher sicher auch die Grosszügigkeit mit Prolaktin hemmenden(Milchhemmenden) Medikamenten.

Dies scheint klar zu sein oder? Ein tröstender Satz könnte so klingen: Dann haben sie wenigstens dieses Problem zu Hause nicht auch noch. Was aber, wenn trotz dem Medikament sich eine eher seltene ungeahnte Milchdrüsenschwellung bemerkbar macht? Kann es da eventuell zur grösseren Herausforderung kommen? Wenn die Frau aufgeklärt ist, sollte es nicht der Fall sein. Aber eine gute Begleitung und Betreuung finde ich so oder so wichtig! Denn die Nebenwirkungen dieser Medikamente sind mit den natürlichen Beschwerden nach einem Kindsverlust im Wochenbett ähnlich und werden oft nicht als solche erkannt. ( Schlafstörungen, Schwindel, Benommenheit, Verdauungsstörungen, Depression…)      

Erst nach einer gewissen Zeit nach meiner Fehlgeburt, begann ich zu realisieren was körperlich alles passiert ist. Dies beschäftigte mich noch lange und ich begann alles zu analysieren und hinterfragen. Als ich im Spital vor der Entscheidung stand, natürlich abzustillen oder mit einem Medikament, war ich im ersten Moment etwas überfordert. Obwohl ich selber Pflegefachfrau bin und acht Jahre auf der Wochenbettabteilung tätig war, habe ich in dieser Situation als letztes an eine Milchbildung gedacht. Aus meinem Bauch heraus habe ich mich für das natürliche Abstillen entschieden. Ich habe es total unterschätzt wie stark die Milchdrüsenschwellung schlussendlich war. Schmerzhaft und absolut zu vergleichen, wie nach der ersten Geburt meines Sohnes.

Damit hätte ich nie gerechnet.Es gibt verschiedene natürliche Mittel, welche beim Abstillen helfen. Auch die Brustmassage und ausstreichen der Milch ist sehr hilfreich. Die gute Betreuung einer Fachperson ist dabei sehr wertvoll! Als ich mich mehrere Monate später, mehr und mehr damit auseinandersetzte, spürte ich wie heilsam es war, diese Erfahrung zu machen.

Die Abwesenheit meines Kindes wurde auf schmerzhafte Art noch einmal spürbar. Was mich immer wieder zum Weinen brachte. Dabei spürte ich aber, dass es sehr viel in mir und meinem Körper auslöste. Trotz allem durfte ich auch so was wie Stolz empfinden!  Mir wurde bewusst, ich bin Mama, auch wenn mein Kind nicht da ist. Als meine Gefühle und Emotionen frei fliessen konnten, war es eindrücklich zu sehen, was bei meiner Brust passierte und in meinem ganzen Trauerprozess. Tränensekret ist etwas sehr heilsames, manche bezeichnen es als die beste Homöopathie.

Jeder soll es für sich entscheiden, was er möchte. Ich möchte dich aber ermutigen: „hab keine Angst“, denn es kann sehr heilsam sein, während deiner Trauer, diesen Prozess mitzuerleben.

Können Prolaktin hemmende Medikamente eventuell ein erster Eingriff in den Trauerprozess sein, nach einem Kindsverlust?

Als ich mir viele Gedanken machte, kam ich auf diese Frage. Es mag etwas hart klingen, ich möchte auch nichts werten, es ist einfach eine Frage?! Ich glaube aber, wenn eine Frau überhaupt nicht bereit dazu ist, ist die Entscheidung mit Prolaktinhemmer ( Milchhemmenden Medikamenten) die richtige Entscheidung für Sie!

Und das ist schlussendlich das Wichtigste. Und ich möchte auf keine Art und Weise behaupten, dass auf diesem Weg eine Frau Ihren Trauerprozess nicht heilsam leben kann! Es gibt kein richtig oder falsch, wichtig ist nur, wie eine Frau in einer solch schwierigen Entscheidung begleitet wird. Genau, wir können Sie begleiten, aber entscheiden muss schlussendlich jede Frau selber.

Also liebe Frauen, vertraut auf eure Intuition, sie ist da, auch wenn es auch nicht so scheint. Ihr entscheidet euch sicher für das Richtige! Oder habt euch für das Richtige entschieden! Es war mir wichtig, über dieses Thema zu schreiben, das eventuell zum Nachdenken anregt ;-)   Ich freue mich immer auf Feedbacks! Danke!

Evelyne Piovan